Edelrid KiloJUL
Als ich das Kilo Jul das erste Mal in der Hand hatte fiel mir auf, dass es eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Reverso 3 von Petzl und dem ATC Guide von Black Diamond hat. Da ich die beiden anderen Sicherungsgeräte gut in ihrem Handling kannte, teste ich das Kilo Jul auch gleich auf Herz und Nieren.
Die Tests führte ich in verschiedenen Kletterhallen sowie am Felsen durch. Wichtig war es mir zu sehen, wie man das Kilo Jul im Indoor- und Outdoorbereich effektiv einsetzen konnte. Dabei spielte natürlich die Seildicke auch eine wesentliche Rolle. So wurde das Gerät mit verschiedenen Seildicken getestet um herauszufinden, ob es sich wirklich um ein universell einsetzbares Sicherungsgerät handelt.
Erster Eindruck
Das Kilo Jul liegt aufgrund der Geometrie angenehm in der Hand und erlaubt ein gutes Handling während des gesamten Sicherns. Wegen dem einfachen Aufbau ist es auch leicht für einen Anfänger zu bedienen. Die Sicherungstechnik ähnelt sehr stark derjenigen, die beim Sichern mit einem Tuber angewendet wird.
Praktisch am Kilo Jul ist, dass es universell für Seile von 7,8 bis 10,5 mm einsetzbar ist. Meine Schlussfolgerung nach den ausgeführten Tests sieht folgendermaßen aus: am Besten eignet sich das Sicherungsgerät für eine Seildicke innerhalb des Bereichs von 7,8 bis 10,5 mm. Wenn das Seil zu dünn ist, dann besteht die Gefahr dass es durch das Sicherungsgerät durchrutscht. Bei zu dicken Seilen hingegen wird die schnelle Seilausgabe beim Sichern im Vorstieg ein wenig beeinträchtigt, welches für den Kletterer in schwierigen Kletterstellen oft sehr unangenehm ist.
Durch das Aluminiumgehäuse handelt es sich beim Kilo Jul um ein relativ leichtes Sicherungsgerät. Leicht zu bemängeln ist die Einhängschlaufe in den Karabiner. Diese ist meiner Meinung ein wenig zu weich, so dass man sie leicht verdrehen kann. Nach längerem Gebrauch des Sicherungsgeräts, besteht daher die Gefahr, dass diese Schlaufe zunehmend durchgescheuert wird.
Kilo Jul in Action
Beim Sichern
Wie bereits erwähnt, ist das Kilo Jul auch für einen Anfänger leicht zu bedienen und erfordert keine komplizierte Sicherungstechnik. Die Seilausgabe beim Sichern im Vorstieg gestaltet sich relativ einfach und wird nur durch die Seildicke (je dicker desto mehr Einschränkung, je dünner desto weniger) beeinflusst. Ideal ist, dass die nötige Bremswirkung durch die konisch zulaufenden Schlitzen gegeben ist und so einer eventuellen Beschädigung des Seils entgegenwirkt. Auch beim Ablassen und Abseilen ist zu bemerken, dass das Gerät ruckelfrei und gleichmäßig läuft.
Beim Sprungtraining
Mit dem Kilo Jul wird ein gerätedynamisches sowie körperdynamisches Sichern gewährleistet, welches man beides zusammen mit einem Halbautomaten nie erzielen wird. So kommt es mit diesem Sicherungsgerät selten zu harten Stürzen des Kletterers. Aufgrund dieses Aspektes wird das Gefahrenpotential während des Kletterns um das Wesentliche reduziert. Dadurch, dass das Kilo Jul keinen Blockiermechanismus besitzt, tritt auch die Gefahr des „Nicht-blockierens“ des Sicherungsgeräts nicht auf, welches heutzutage von den meisten Sichernden sehr unterschätzt wird.
Beim Alpin nachsichern am Stand
Beim Alpinen nachsichern mit etwas dickeren Seilen blockieren die konisch zulaufenden Spitzen etwas. Getestet haben wir mit Seilen der Dicke 9mm und mit 8mm. Leider konnten wir mit den 9mm Seilen kein für uns gutes Ergebnis erziehlen und somit wirkt es für uns im Alpinen Gelände etwas unpraktisch.
Fazit
Beim Kilo Jul handelt es sich um ein gutes Sicherungsgerät für Anfänger sowie für fortgeschrittene Kletterer. Es ist variabel einsetzbar im Indoor- und Outdoorbereich und zeichnet sich durch das geringe Gewicht und das Preis/Leistungsverhältnis aus. Alpiner Leichtgewicht Tuber mit zwei Bremsstufen geeignet für Seile von 7,8 bis 10,5 mm. Beim Alpinen nachsichern hackt es mit Dicken Seil etwas trotzdem konnte es auf der ganzen Linie überzeugen.
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